Der ökologische Weinberg
und dessen Pflanzenvielfalt

 

           

 
---------------------------------------------------------------------------

In den 60er und 70er Jahren wurde der Weinbergsboden mit Herbiziden "unkrautfrei" gespritzt.
Die Tatsache dass die Pflanzenvielfalt Grundlage für die Existens von Mensch und Tier ist, war in dieser Zeit kaum noch Thema.
Heute ist die Ansiedlung von Wildpflanzen für Winzer, die sich für ökologische Bewirtschaftung entscheiden erwünscht. Nach wenigen Jahren haben sich ihre Weinberge in Biotope mit großer Vielfalt an Blütenpflanzen und der dazugehörenden Fauna umgewandelt.
Ein regulierendes Eingreifen ist allerdings wichtig, denn ein Weinberg ist ein Stück von Menschenhand erhaltene Kulturlandschaft.

 


Im Weingut Lieschied-Rollauer erfolgt im Frühjahr eine Bodenlockerung. Während des Sommers, bis hin zur Weinlese, wird die Begrünung durchschnittlich 2 mal durch Mähen niedergehalten sowie beginnende Verbuschung entfernt. Die Trauben ca. 40 - 70 cm über dem Boden sollen nicht beschattet werden. Das ist besonders wichtig, wenn der August golden und schwer die Reben an die nahende Reifezeit erinnert. Zusätzlich kann es sinnvoll sein Stickstoff speichernde Pflanzen mit einzusäen.

Im ökologischen Weinberg findet ein bewundernswertes Neben- und Miteinander statt, eine Pflanze "produziert" für die andere. Pflanzen treiben in rascher Folge neue Wurzeln. Bestimmte Teile alter Wurzeln sterben ab und bilden Humus. Exemplare anderer Pflanzen treiben ihre Wurzeln in die Humuserde ihrer Nachbarn hinein und können ihn nutzen. Darüber hinaus fördern auch Düfte die Symphatien der Pflanzengemeinschaft.
Im Ökoweinberg (und natürlich überall da wo der Mensch nicht stört) wird Sonnenenergie in Leben umgewandelt.

Leben, das ist Lebensfreude, Bewegung, Symphathie und Miteinander auf der Grundlage hochentwickelter biologischer Vorgänge. Und das Beste daran, es reift auch noch Wein für uns Menschen.